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Israel und Palästina 
 Tagung vom 3. bis 5. Dezember 2010

wir laden Sie freundlich ein zu unserer Wochenendtagung zum Zweiten Adventssonntag vom 3. bis 5. Dezember 2010, diesmal unter dem Thema

ISRAEL UND PALÄSTINA: Wer durchschlägt den gordischen Knoten?
Beiträge zur Entmythologisierung des Nahostkonflikts
und die Verantwortung Deutschlands.

Der Nahostkonflikt wird nicht nur durch Kassam-Raketen, Artillerie, Panzer und die Luftwaffe gespeist, sondern auch durch geistige Waffen: durch Mythen, die den jeweiligen politischen Zwecken dienlich sind. Mythen sind Bausteine, auf denen eine Gesellschaft ihre Herkunft und ihr kollektives Selbstbild gründet. In modernen Gesellschaften werden die Mythen u.a. von den Medien transportiert und genährt.
Im Nahostkonflikt spielt die Mythenbildung sowohl auf israelischer wie auf palästinensischer Seite eine wichtige Rolle. Da ist einerseits die Selbsterfahrung einer in seiner Existenz bedrohten Volksgemeinschaft, die ihr Über- und Weiterleben der eigenen Erwählung durch eine höhere Instanz zuschreibt, andererseits eine nichtjüdische Bevölkerung, die ebenfalls ideell begründete Ansprüche aus ihrer Geschichte auf ein ungestörtes Wohnen und Verbleiben in Palästina erhebt.
Da ist die uralte biblische Überlieferung von David und Goliath. Doch die Frage ist: Wer ist jetzt in diesem Konflikt David, wer Goliath? Wer ist Opfer, wer Täter? Wo werden Opfer zu Tätern?
Keine Gesellschaft kann ohne Mythen existieren. Mythen bergen einen Wahrheitskern, können aber missbraucht werden, indem Teile der Wirklichkeit für eine populistische Politik ausgeblendet werden. Als Freunde Israels, denen die Sicherheit dieses Landes unbedingt am Herzen liegt, wollen wir dieses Thema aufgreifen. Es bleibt kein anderer Weg, als den Blick auf die Ängste beider Seiten zu richten, um so einen ersten Weg zur Entspannung zu öffnen.
Bei unserer Tagung möchten wir mit Fachleuten einige Denkmuster des Nahostkonflikts hinterfragen und auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin überprüfen.

Felicia-Amalia Langer, Tochter eines jüdischen Rechtsanwaltes, verteidigte von 1967 bis 1990 als erste israelische Rechtsanwältin, mit Sitz in Jerusalem, Palästinenser gegen die Justiz Israels. 1990 gab sie aus Protest ihr Büro auf und zog mit ihrem Mann Mieciu nach Tübingen. Die Friedensaktivistin erhielt 1990 den Alternativen Nobelpreis, 1991 den Bruno-Kreisky-Preis, 2009 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und hat mehrere Bücher über den Nahost-Konflikt geschrieben.

Dr. Bettina Marx , Berlin, ist Islamwissenschaftlerin, Historikerin und Judaistin. Von Januar 2003 bis Dezember 2007 war sie als ARD-Hörfunk-Korrespondentin für Israel und die Palästinensischen Gebiete in Tel Aviv. In dieser Zeit entstand ihr Buch „Gaza. Berichte aus einem Land ohne Hoffnung“, (2009). Gegenwärtig arbeitet sie als Parlamentskorrespondentin für die Deutsche Welle Hörfunk.

Prof. Dr. Udo Steinbach, Berlin, ist Islamwissenschaftler und leitete von 1976 bis 2006 das Deutsche Orient-Institut in Hamburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a. die Zukunft des Nahen Ostens unter den Aspekten von Demokratie und Religion sowie die Stellung von religiösen und ethnischen Minderheiten in den nahöstlichen Gesellschaften.

Dr. Dr. h.c. Rupert Neudeck ist Gründer und langjähriger Leiter des Hilfskomitees CAP ANAMUR sowie Gründer und Vorsitzender der GRÜNHELME e.V., Troisdorf, einer unbewaffneten Hilfstruppe von Christen und Muslimen, die in verschiedenen Ländern – so auch in Palästina - praktische Aufbauarbeit von Wohnhäusern, Schulen, etc. leisten.

Auszug aus dem Tagungsprogramm:

Freitag, 3.12.2010

Begrüßung und Einführung durch Dorothee M a n n , Die Hegge
anschl. RA Felicia-Amalia L a n g e r , Tübingen:
UM HOFFNUNG KÄMPFEN
Der lange Weg zum Frieden in Nahost

Samstag, 4.12.2010

Dr. Rupert N e u d e c k , Troisdorf:
ANGST VOR DEM FRIEDEN ?
Was würde sich in der Welt ändern – beim Ausbruch des Friedens ?

Dr. Bettina M a r x , Berlin:
BILDER, MYTHEN, VORURTEILE
Die Medien und der Nahostkonflikt

Sonntag, 5.12.2010

Prof. Dr. Udo S t e i n b a c h , Berlin:
STIFTET DER MYTHOS LEGITIMITÄT ?
Die deutsche Politik im Nahostkonflikt braucht einen Paradigmenwechsel


Wenn Sie das ausführliche Programm per Post zugesandt bekommen möchten, benutzen Sie bitte unser Formular Programmanforderung oder schreiben uns eine
Mail.

Tagungsleitung dieser Veranstaltung: Dorothee Mann

 

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