Wir laden Sie – als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Diensten – freundlich ein zu unserem Seminar vom
8. bis 11. November 2010
mit dem Thema:KRANKHEIT ALS KRISE
Zwischen Selbstverantwortung und gesellschaftlicher Solidarität.
Wenn ein Mensch schwerstverletzt nach einem Unfall, nach einer Katastrophe oder
aufgrund einer lebensbedrohenden Diagnose das Maß seiner Grenz-Situation wahrnimmt, kann dies für ihn der Auslöser für eine traumatische Schockreaktion sein. Wie ein Grenzgänger zwischen Leben und Tod muss er nach einer
Neu-Orientierung seiner Lebensplanung suchen. Wenn nichts mehr ist wie zuvor, kann die Frage nach Sinn und Wert des Lebens mit sichtbarer und spürbarer Begrenzung existenzielle Ängste und Verunsicherung auslösen. Das
ist eine Frage der Tragfähigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Akzeptanz in einer Gesellschaft, die an Leistung und Erfolg orientiert ist.
Menschen, die in diesem Sinne schicksalhaft
aus dem Gleichgewicht geraten sind, sind in Gefahr, sich auch selbst in ihrer Identität in Frage zu stellen. Sie bedürfen in besonderer Weise der gesellschaftlichen Solidarität, sowohl in akuter Notfall-Situation als
auch durch eine behutsame weiterführende Begleitung als Hilfe zur Neu-Orientierung und Wiedereingliederung in gesellschaftliche und berufliche Bedingungen.
Unser Seminarangebot möchte sich unter
verschiedenen gesellschafts- und sozial-politischen Aspekten der „Not-Hilfe“ in Krisensituationen zuwenden, nicht zuletzt auch mit Fragen weiterführender Begleitung als Aufgabe ehrenamtlicher Dienste. Wir möchten in
diesem Sinne mit Ihnen als Helfende im Rahmen unseres Seminars über Wege und Möglichkeiten in Ihren Aufgabenbereichen nachdenken.
Auszug aus dem Seminarprogramm:
Montag, 8. November 2010
Begrüßung, Vorstellung und Einführung
durch Mechthild Rennkamp, Die Hegge, danach:
Impulsfilm mit anschließender Diskussion
Erfahrungsaustausch aus der ehrenamtlichen Arbeit
Dienstag, 9. November 2010
Gabi Lüttig, Krankenhausseelsorgeteam, Brüderkrankenhaus St. Josef, Paderborn:
DURCHKREUZTES LEBEN – KRANKHEIT ALS SCHICKSAL
- individuelle und soziale Aspekte -
Hilfen zur Neuorientierung in Alltag und Beruf
Mechthild Rennkamp, Die Hegge:
KRANKHEIT ALS KRISE AUS DER SICHT DES PATIENTEN
- Ressourcen entdecken und aktivieren auf
der Grundlage des Romans: „Du stirbst nicht“
von Kathrin Schmidt (Deutscher Buchpreis 2009)
Mittwoch, 10. November 2010
Margit Werner, Gemeindereferentin mit Erfahrungen in der
Notfallseelsorge, Herford:
WEGE AUS DER KRISE
- Hilfen zur Reintegration in das soziale Gefüge unserer Gesellschaft (Familie, Beruf, Freunde)
- Wie kann oder sollte unterstützende Begleitung aussehen, was
kann sie leisten?
Donnerstag, 11. November 2010
Prof. Dr. Reinhard Kösters, Die Hegge:
DAS KREUZ – SYMBOL ZWISCHENMENSCHLICHER SOLIDARITÄT?
Der Lebensweg Alfred Döblins (Berlin Alexanderplatz)
als ein moderner Zugang zu solcher Symbolik
Zur Teilnahme sind Sie uns herzlich willkommen !
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