Wir laden Sie freundlich ein zu einer Wochenendtagung vom 18. bis 20. Juni 2010 zu dem Thema
DIE DDR – EIN SOZIALISTISCHES PARADIES ?
Politische, gesellschaftliche und soziale Realitäten der DDR
und ihre Beurteilung im Widerstreit.
Nach einer Studie der Freien Universität Berlin im Jahr 2008 stimmten nur die Hälfte der befragten ostdeutschen Schüler, sechzehn- bzw. siebzehnjährige Jugendliche, der Aussage zu, dass die DDR eine Diktatur
gewesen sei. Dagegen stimmten zwei Drittel der Aussage zu: „Die Bundesrepublik war 1989 zwar anders, aber nicht besser als die DDR.“
Je mehr Zeit vergeht, desto mehr werden die Realitäten der DDR verschleiert,
verzerrt, verklärt. „Von Jahr zu Jahr werden die Farben, mit denen die DDR gemalt wird, bunter, erscheint das Land, aus dem Millionen von Menschen in oft tiefer Verzweiflung flohen, wieder ein Stück wärmer,
menschlicher“, so Freya Klier. Wie aber sah der Alltag im real existierenden Sozialismus aus – jenseits von „Good bye Lenin“? Wie wurde mit Andersdenkenden umgegangen? Wie ist das Unrecht der DDR-Zeit nach 1990
aufgearbeitet worden? Was ist heute dafür zu tun? Wo liegen die Ursachen für die DDR-Nostalgie? Wie können wir ihr begegnen?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir bei unserer Tagung nachgehen.
Folgende Referenten,
die die Realitäten der DDR bzw. die Schwierigkeiten der Aufarbeitung aus eigener Erfahrung kennen, haben ihre Mitarbeit zugesagt:
Dr. Herbert Wagner,
Dresden, Elektronikingenieur, 1989 Mitglied der Dresdner „Gruppe der 20“, Mitorganisator der Montagsdemonstrationen in Dresden, 1990 Eintritt in die CDU, von 1990 bis 2001 Oberbürgermeister von Dresden.
Ulrike Poppe, Berlin, Bürgerrechtlerin und Oppositionelle in der DDR, deshalb vom Ministerium für Staatssicherheit mit Zersetzungsmaßnahmen belegt. Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauen für den Frieden“ und der
Initiative „Frieden und Menschenrechte“. 1983 Inhaftierung in Berlin-Hohenschönhausen. 1989 Erstunterzeichnerin der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“; von 1992 bis 2010 Studienleiterin für Politik und Zeitgeschichte an
der Evangelischen Akademie Berlin-Brandenburg. Seit Dezember 2009 zur ersten „Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur“ gewählt.
Dr. Wolfgang Thierse, Berlin,
1977 – 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR; bis 1989 parteilos, 1990 Eintritt in die SPD; Mitglied der Volkskammer vom 18.3. bis 2.10.1990; Mitglied des Bundestages seit
3.10.1990; 1998 – 2005 Bundestagspräsident; seitdem Bundestagsvizepräsident.
Prof. Dr. Bernhard Vogel,
Berlin, 1976 – 1988 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, 1976 – 1977 sowie 1987 – 1988 Präsident des Bundesrates, 1992 – 2003 Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, 1989 – 1995 sowie 2001 – 2009 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Auszug aus dem Tagungsprogramm:
Freitag, 18.6.2010
Begrüßung und Einführung durch Dorothee M a n n , Die Hegge
anschl.
Dr. Herbert W a g n e r , OB a.D., Dresden:
WIE SCHMECKTE DIE DDR ?
Der Alltag im „real existierenden Sozialismus“
Samstag, 19.6.2010
Ulrike P o p p e , Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Berlin:
DIE VERKLÄRTE DDR
Der schwierige Weg, Unrecht aufzuarbeiten
Dr. Wolfgang T h i e r s e , Bundestagsvizepräsident, Berlin:
20 JAHRE DANACH – Wie kann man die Geschichte der DDR und den Prozess der Wiedervereinigung fair
und gerecht bewerten?
Rundgespräch mit den Referenten
Sonntag, 20.6.2010
Prof. Dr. Bernhard V o g e l , Ministerpräsident a.D., Berlin:
„WIR SIND EIN VOLK“
Wunsch und Wirklichkeit am Beispiel des Freistaates Thüringen
SIND WIR DEUTSCHEN NUN EIN VOLK ?
Schlussgespräch
Diese Tagung wird aus Mitteln der bpb und der Bundesstiftung zur
Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.
Wir freuen uns, wenn Sie kommen können, und bitten Sie, unsere Einladung auch
an interessierte Freunde oder Bekannte weiterzugeben.
Wenn Sie das ausführliche Programm per Post zugesandt bekommen möchten, benutzen Sie bitte unser Formular
Programmanforderung
oder schreiben uns eine