In Kooperation mit dem Integrationsbüro und dem Kompetenzteam des Kreises Höxter laden wir Sie freundlich ein zur Lehrerfortbildung:
Interkulturelle Kompetenz zum Umgang mit Muslimen
vom 8. bis 9. Juni 2010.Die Herausforderungen an unseren Schulen mit muslimischen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern sind vielfältig. Hintergrund häufiger Konflikte sind oft die kulturellen Unterschiede,
die teils religiös bedingt, aber auch von der Sozialisation des jeweiligen Heimatlandes bestimmt sind.
In unserem Seminar sollen verschiedene Aspekte, die sich vor allem aus dem muslimischen Ehe- und Familienbild und
seinen erzieherischen Konsequenzen ergeben, besprochen werden. Die Familie spielt bei Muslimen eine wichtige Rolle. Bei der Eheschlieung wechselt die Frau in die Familie des Mannes. Dort herrscht in der Regel eine
geschlechtsbezogene Arbeits- und Funktionsteilung: Die männlichen Familienmitglieder sind für die Außenwelt zuständig, sie vertreten die Familie in den äußeren Belangen und sind z.B. Mitglied einer Moscheegemeinde. Die
Frauen sind dagegen für die Innenwelt des Hauses zuständig und organisieren den Haushalt. Innerhalb der Gruppe der Frauen gilt eine Hierarchie, bei der die älteste Frau an der Spitze und die jüngste Schwiegertochter am
Ende steht. Die älteste hat Autorität über die Kinder, Schwiegertöchter und Enkel.
Die Frage der Stellung der Kinder und ihrer Versorgung findet im Koran keine genauen Anweisungen, so dass die verschiedenen
islamischen Rechtsschulen unterschiedliche Ansichten über die Verpflichtung der Eltern gegenüber Ihren Kindern entwickelt haben. So wird z.B. die Frage der Fürsorgepflicht bei Mischehen, wie sie in Deutschland
geschlossen werden, unterschiedlich beantwortet.
Ziel des Seminars ist es, all jene Fragen aufzugreifen, die sich Ihnen im Unterricht mit Muslimen stellen. Das Seminar ist so konzipiert, dass Sie
Ihre konkreten Fragen und Erfahrungen aus dem Schulalltag einbringen
können und z.B. im zweiten Teil durch Rollenspiele mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam Lösungen einer bereits erlebten Konfliktsituation
erarbeiten. Darüber hinaus sind Einheiten zur Informationsvermittlung vorgesehen.
Andreas Ismail Mohr wird den ersten Seminarteil durchführen. Er ist ausgebildeter Lehrer, Islamwissenschaftler
und tätig im Vorstand der Christlich-Islamischen Gesellschaft e.V., Köln. Nach einem Austausch über die Erfahrungen der Teilnehmenden mit dem Islam und Muslimen, wird er in die Lebenssituation von Muslimen einführen.
Auf der Grundlage von Koran und Sunna soll ein interkultureller Vergleich zur Erziehung und den Erziehungsstilen von muslimischen Migranten vorgestellt werden. Dabei geht es insbesondere um das Ehe- und Familienbild
sowie die Geschlechterrollen.
Meryem Atam wird den zweiten Seminarteil durchführen. Sie ist Dozentin für Interkulturelle Kommunikation an der Universität Siegen sowie Diplom-Übersetzerin für
Arabisch und Türkisch. Zunächst wird von ihr das Gewaltmonopol des Mannes in der muslimischen Familie thematisiert, bevor kritische Interaktions- und Kommunikationssituationen gemeinsam besprochen werden.
Zum
Abschluss des Seminars ist eine Einheit zum unterschiedlichen Umgang mit der Zeit vorgesehen.
Auszug aus dem Seminarprogramm:
Dienstag, 8. Juni 2010
Thematische Schwerpunkte mit Andreas Ismail Mohr, Köln:
- Meine Erfahrungen mit dem Islam und Muslimen
- Einführung in die Lebenssituation von Muslimen
- Erziehungsstile und Geschlechterrollen
Mittwoch, 9. Juni 2010
Thematische Schwerpunkte mit Meryem Atam, Bonn:
- Zum Umgang mit Aggression und Gewalt
- Beispiele für gelungene und misslungene Kommunikation mit Muslimen
“Die
Geduld ist süß“
- Vom Umgang mit der
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